TOGAF® 10 – The Open Group Architecture Framework Standard für Manager

Management Summary

  • The Open Group Architecture Framework (TOGAF) 10 ist ein Ansatz für die Entwicklung und das Management von Unternehmensarchitekturen.
  • Das Enterprise Architecture Management (EAM) Framework hilft bei der Ausrichtung von Business & IT durch Modelle, Methoden und Konzepte.
  • Herzstück von TOGAF ist die Architecture Development Method (ADM), ein 9-phasiges Vorgehensmodell zur Umsetzung von Architekturvorhaben.
  • Für den Einsatz muss der Standard von The Open Group auf die Bedarfe, Ziele und Randbedingungen einer Organisation angepasst werden.
  • Wichtigste Änderungen zum Vorgänger TOGAF 9.2 sind die modulare Struktur des Frameworks mit Fundamental Content, Series Guides und Library. Zudem führt das Rahmenwerk neue Konzepte wie das Service Delivery Model, Architecture Trade-Offs sowie Digitalisierungskontexte ein.

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Was ist The Open Group Architecture Framework (TOGAF®)?

Mit dem The Open Group Architecture Framework (TOGAF) planen, entwickeln, implementieren, steuern und nutzen Sie Unternehmensarchitekturen, englisch Enterprise Architectures (EA). Diese unterstützen Sie der systematischen Weiterentwicklung Ihrer Organisation vom Ist-Stand (Current State) zum Ziel-Stand (Target State).

TOGAF definiert die Begriffe

  • Enterprise‘ als eine Menge von Organisationen mit gemeinsamen Zielen sowie
  • ‚Architecture‘ als generelles Konzept oder Eigenschaften eines Systems in seiner Umgebung realisiert durch seine Elemente, Beziehungen sowie die Prinzipien von Design und Entwicklung.

Das vom Industriekonsortium The Open Group entwickelte und als Standard bezeichnete EA Rahmenwerk unterstützt Sie bei…

 

U

Finden von Wandlungspotentialen

z.B. Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, Abbau technischer Schulden oder Ausbau Cyber-Security

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Planung von Veränderungsbedarfen

z.B. Geschäftsprozesse, IT-Systeme und Technologiekomponenten

Nachverfolgung von Veränderungsprojekten

z.B. Migrationsplanung, Implementation Governance und Change Management

Die TOGAF entstand 1995. Grundlage der Initialfassung von The Open Group bildete das Technical Architecture Framework for Information Management (TAFIM) des US Department of Defense (DoD) der USA. Seitdem entwickeln die 870 Mitgliedsorganisationen des The Open Group Architecture Forums das Framework beständig weiter. TOGAF 10 erschien 2022 und bezeichnet sich selbst als grundlegendes, offenes und von der Industrie getragenes Rahmenwerk für Enterprise Architecture (Management).

Sie dürfen den TOGAF Standard frei für Ihre Architekturarbeit einsetzen. Nach Anlage eines Benutzerkontos auf der Webseite von The Open Group haben Sie Zugriff auf die HTML Fassung des EAM Rahmenwerks. TOGAF Standard unterscheidet zwischen dem…

  • TOGAF Fundamental Content in sechs unabhängigen modularen Kerndokumenten mit universell nutzbaren Basiskonzepten, der Architecture Development Method (ADM) samt Anwendung, ADM Techniken, Architekturergebnissen sowie der Enterprise Architecture Fähigkeit,
  • den TOGAF Series Guides mit einer wachsenden Zahl von weiteführenden und flexibel anpassbaren Best Practice Dokumenten für spezifische Anwendungsfälle wie Sicherheitsarchitektur, Digitales Unternehmen, EAM Fähigkeit, Agiles Unternehmen und Business Architecture.

Zusätzliches weiterverwendbares Begleitmaterial wie Pocket Guides, White Papers, EA Vorlagen & Muster und Referenzarchitekturen sind nach Anmeldung ebenfalls kostenfrei in der nach Architekturfähigkeiten und -features kategorisierten TOGAF Library abrufbar.

Worin liegt der Nutzen des Rahmenwerks für Unternehmensarchitektur?

Gleich im ersten der sechs Fundamental Content Dokumenten schreibt TOGAF dem Enterprise Architecture Management und damit sich als Rahmenwerk zahlreiche Nutzeneigenschaften zu. Aus unserer Sicht liefert Ihnen der Standard

  • einen konsistenten und praxiserprobten Begriffsapparat, der die Kommunikation von Business & IT in Breite und Tiefe Ihrer Organisation vereinfacht.
  • Orientierung und Sicherheit bei der Entwicklung und Nutzung einer Unternehmensarchitektur in unternehmerischen, fachlichen und technischen  Fragen mittels praxiserprobter Modelle und Methoden.
  • beschleunigte Architekturarbeit auf Basis anpassbarer Prozessschablonen, Artefaktvorschlägen und Ergebnisvorlagen sowie der in der TOGAF Library vorhandenen Ressourcen.
  • eine hohe Bekanntheit und Verbreitung in der Disziplin Enterprise Architecture Management.
  • Reduktion von Risiken bei Investitionen in Änderungsvorhaben von Unternehmen, über Programm bis zum Projekt.

„Ob Value Streams, Business Scenarios oder Architecture Principles – gerade die Fülle an EAM Inhalten macht TOGAF als Toolbox für die operative Architekturarbeit für Sie interessant.“

Tobias Smuda

Welche Elemente beinhaltet TOGAF® 10?

Mit Version 10 ist TOGAF gegenüber seinem direkten Vorgänger TOGAF 9.2 modularer geworden, gewinnt dabei zusätzlich in Umfang und Detailtiefe. Nachfolgend ein alphabetisch geordneter Überblick über wichtige Bestandteile des TOGAF Fundamental Contents. Für Einzelheiten sowie den TOGAF Series Guides Inhalten verweisen wir auf die gut strukturierte Digitaldokumentation.

Architecture Abstraction

Mit TOGAF 10 bietet The Open Group eine Architekturtechnik für die Zerlegung eines Problems in handhabbare Teilprobleme. Das Rahmenwerk unterscheidet zwischen vier Abstraktionsebenen:

  • Warum – Kontextuell (Contextual) – Weshalb ist die Architektur notwendig?
  • Was – Konzeptionell (Conceptual) – Welche Funktionen und andere Anforderungen müssen durch die Architektur erfüllt werden?
  • Wie – Logisch (Logical) – Wie strukturieren wir die Funktionalität?
  • Womit – Physisch (Physical) – Mit welchen Assets sollten wir die Struktur umsetzen?

Bemerkenswert ist die explizite Abgrenzung von The Open Group zum Zachman™ Enterprise Architecture Framework.

Architecture Capability

TOGAF 10 unterstützt Sie bei dem Aufbau einer Architecture Capability, also einer effektiven organisationsinternen Architekturfähigkeit. Dazu definiert das Rahmenwerk nutzbare Aufbau- und Ablaufstrukturen, Rollen und Governance Gremien. Eine einmal aufgebaute Fähigkeit unterstützt Ihre Strategie-, Portfolio-, Projekt- und Betriebsaufgaben.

Architecture Content Framework

Das Architecture Content Framework fungiert als Ordnungsstruktur für die mittels der ADM entwickelten Artefakte (Artifacts), Ergebnisse (Deliverables) und Bausteine (Building Blocks).

Sie stellen mittels dem Metamodell sicher, dass die Ihre Architekturerzeugnisse strukturiert und zueinander konsistent sind.

  • Ergebnisse (Deliverables): vertraglich vereinbarte und formal geprüfte und abgenommene Ergebnistypen der Architekturarbeit (z.B. die Architecture Vision, Architecture Requirements Specification, Architecture Definition Document) bestehend aus Artefakten
  • Artefakte (Artifcats): Ergebnistypen zur Beschreibung von Architekturen und deren Bausteine mittels Listen (z.B. Function Katalog), Matrizen (z.B. Stakeholder Map Matrix) und Diagrammen (Business Capability Map)
  • Bausteine (Building Blocks): potentiell wiederverwendbare und miteinander kombinierbare Komponenten einer Architektur (z.B. Textverarbeitung) und Lösungen (z.B. MS Word)

Architecture Development Method (ADM)

Dreh- und Angelpunkt von TOGAF ist ein wiederholbar iteratives Modell mit dem Sie von der erhobenen Ist-Architektur (Current oder Baseline Architecture) zur abgestimmten Ziel-Architektur (Target Architecture) über mögliche nutzenstiftende Plan-Architekturen (Transition Architectures) gelangen. Neben der Erhebung von Ist, der Definition von Ziel und Ableitung von Plan schlägt Ihnen die 9-phasige Methode erprobte Konzepte für die Projektplanung, die Implementierung sowie dem Change Management vor. TOGAF 10  betont, dass die ADM als anpassbares Referenzmodell und nicht als Wasserfall-Vorgehen zu verstehen ist.

Architecture Principles

Wie bereits sein Vorgänger definiert auch TOGAF 10 Prinzipien als langlebige generelle Regeln und Richtlinien, die eine Organisation in der Erfüllung der Mission unterstützen. Das Framework differenziert zwischen Enterprise Principles als Leitlinien für die Entscheidungsfindung sowie Architecture Principles als Leitlinien der Architekturarbeit.

Architecture Repository

Als Ablageort für die (Zwischen-)Resultate Ihrer Architekturarbeit fungiert das Architecture Repository, eine Teilmenge des Enterprise Repositories. Zentrale Elemente des Ergebnisspeichers sind Architecture Metamodel (mit Architecture Method und Enterprise Metamodel), Architecture Capability (mit Skills Repository, Organization Structure, Architecture Charter) und Architecture Landscape (mit Strategic, Segment und Capability Architectures), Standards Library (mit Business, Data, Application und Technology Standards) und Reference Library (mit Organization Referenz Materials), Governance Repository (mit Decision Log, Calendar, Compliance Assessments, Project Portfolio, Capability Assessments und Performance Measurement) und Architecture Requirements Repository (mit Strategic, Segments und Capability Requirements) sowie Solution Landscape (mit Solution Building Blocks).

Enterprise Agility

Mit TOGAF 10 hält die Agilität Einzug in Ihre Architekturarbeit. Das Framework hält dafür zwei Konzepte parat:

  • Mittels Partitionen zerlegen Sie die bevorstehende Architekturarbeit in mehrere Initiativen.
  • Abstraktionsebenen helfen Ihnen bei der Entwicklung von Architekturen auf unterschiedlichem Detailniveau.

Enterprise Architecture Services

Über die Aktivitäten der ADM legt TOGAF 10 ein Diensteliefermodell (Service Delivery Model). Enthaltene EAM Dienstleistungen adressieren spezifische Bedarfe der Stakeholder bzgl. der Unternehmensarchitektur. Das Spektrum reicht von Unterstützungs- (Enterprise Support Services) bis Planungsdiensten (Architecture Planning Services). Jeder Dienst beruht auf der Ausführung spezifischer ADM Aktivitäten.

Enterprise Continuum

Das Enterprise Continuum ist Modell mit dem Sie ihre unternehmensintern konzipierten (z.B. Modelle, Patterns, Viewpoints) sowie extern verfügbaren Architektur- und Lösungsartefakte (z.B. industriespezifische Referenzarchitekturen) klassifizieren.

Das Continuum beschreibt, wie Sie Architekturen von groben Foundation Architectures zu organisations-spezifischen Architekturen weiterentwickeln. Dazu unterteilt das Modell zwischen dem Architecture Continuum und dem Solutions Continuum. Kerngedanken ist die Wiederverwendung von generalisierte Architekturen als Ausgangsbasis und die sich anschließende schrittweise Adaption zur eigenen organisations-spezifischen Architektur.

Enterprise Metamodel

Nutzen Sie das Enterprise Metamodel für die Präzisierung der in Ihren EA Ergebnissen relevanten Architekturentitäten. Neben einem einheitlichen Begriffsapparat sorgt das Modell für Konsistenz, Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit in der Architekturarbeit.

Gemäß TOGAF haben Sie bei der Notation freie Wahl. Ob ArchiMate®, Business Process Modeling Notation™, Unified Modeling Language™, Flowchart oder Entity Relationship Diagramm – nutzen Sie für das Metamodel eine bereits etablierte Sprache. Für den Start bietet The Open Group Ihnen das The TOGAF Core Enterprise Metamodel.

Interoperability

TOGAF betrachtet das Teilen von Informationen und Diensten für Organisationen als wesentlich und adressiert Interoperabilität auf fachlicher und technischer Ebene in fast allen Phasen der Architecture Development Method.

Wie funktioniert die TOGAF® Architecture Development Method (ADM)?

Herzstück von TOGAF ist und bleibt die Architecture Development Methode (ADM), ein aus 9 Phasen bestehendes Modell zur Architekturplanung, -entwicklung und -umsetzung. Mit Version 10 definiert The Open Group die Kreisabbildung nicht mehr als Prozessrahmen, vielmehr als grafische Darstellung wichtiger Architekturaktivitäten & Informationsflüsse zur Erstellung von Architekturergebnissen.

Im TOGAF Fundamental Content finden Sie eine detaillierte Beschreibung der Aktivitäten und Ergebnisse nebst praktischer Anwendung und weiterführenden Techniken. Das Framework empfiehlt, sieht jedoch in der ADM keine Vorschrift für Architekturarbeit. Nachfolgend eine Kurzübersicht für einen kompletten ADM Durchlauf. Ausgangspunkt ist ein Request for Architecture Work, die offizielle Anforderung für Architekturarbeit.

In einer vorgelagerten Preliminary Phase etablieren Sie eine organisationsspezifische Architekturfähigkeit. Zudem gewährleisten Sie mittels Requirements Management den systematischen Umgang mit Anforderungen an die Architektur.

 

TOGAF 10

Die Architecture Development Method (ADM) ist das zentrale Vorgehensmodell des TOGAF®Standards

  • Phase A – Architecture Vision: Sie identifizieren die Stakeholder samt Anliegen und Anforderungen, fixieren den Scope für den Durchlauf der Architekturentwicklung und holen sich das Mandat vom Management ein. Zudem skizzieren sie eine Architekturvision, bemessen deren Geschäftswert und beurteilen die Architecture Capability Ihrer Organisation. Weitere Ergebnisse sind das Statement of Architecture Work sowie ein Kommunikationsplan.
  • Phase B – Business/ C – Information Systems/ D – Technology Architecture: Während der Konzeptions- und Entwicklungsphasen beschreiben Sie den Ist-Stand der Domänen Business, Data, Application und Technology Architektur, definieren Kandidaten für die Ziel-Architektur, verabschieden eine Ziel-Architektur, leiten ggf. Plan-Architekturen als Zwischenzustände ab und arbeiten Änderungsbedarfe heraus. Ganz gleich um welche Architektur es sich handelt, bleibt Ihr Vorgehen identisch. Ergebnisse sind u.a. eine verfeinerte Architecture Vision und Definition Document.
  • Phase E – Opportunities & Solutions & F – Migration Planning: Nach Konsolidierung der Ergebnisse wählen Sie passende Lösungen auf Basis von Business Cases. Zudem entwerfen Sie eine Roadmap und ein Migrationsplan von der Ist-Architektur zur Ziel-Architektur über mögliche Plan-Architekturen inklusive benötigter Projekte und Arbeitspakete. TOGAF schlägt Ihnen einen Greenfield, Evolutionary und Revolutionary Implementierungs- & Migrationsansatz vor.
  • Phase G – Implementation Governance: Während der Umsetzung der definierten Ziel-Architektur übernehmen Sie eine steuernde Rolle. Über Architecture Compliance Reviews stellen Sie sicher, dass die Projekte die (Zwischen-)Ergebnisse frist-, leistungs- und budgetgerecht gemäß dem vereinbarten Architecture Contract liefern. Zudem bringen Sie Ihr Architekturwissen und -kompetenzen aus Perspektive des Unternehmens ein und führen nach Abschluss ein Post-Implementation Review durch.
  • Phase H – Architecture Change Management: In der finalen Phasen sorgen Sie dafür, dass Ihre Organisation den versprochenen Geschäftswert durch Nutzung der Ziel-Architektur letztlich auch realisiert. Sie managen zudem die einhergehenden Risiken und nehmen neue bzw. geänderte Anforderungen entgegen. Diese bilden die Grundlage für einen neuen Architekturzyklus.

Innerhalb der ADM dürfen Sie einzelne und mehrere Phasen iterative wiederholen bzw. überspringen. Auch ein Springen zwischen Phasen ist möglich. Auch entscheiden Sie, in welcher Betrachtungsbreite und mit welchem Detailniveau, über welche Dauer und mit welchen Ergebnissen Sie eine Phase durchlaufen. Last not least können mehrere Architekturprojekte parallel den ADM für Ihre Organisation umsetzen.

„Allein im TOGAF Standard umfassen Fundamental Content und Series Guides über 30 Einzeldokumente. Wählen Sie daher auf Basis der aktuellen ADM Phase die für Ihre EAM Fragestellung relevanten Tools & Konzepte aus.“

Tobias Smuda

Was sind Kritikpunkte an TOGAF®?

    • TOGAF erdrückt mit Konzeptvielfalt: Architecture Abstraction, Repository, Content Framework, Capability, Compliance, Contract, Governance, Security. Im dichten Konzeptedschungel von TOGAF gehen auch wir regelmäßig verloren. Weniger ist mehr. Architekturarbeit ist Mittel zum Zweck und muss gegenüber fachfremden Stakeholdern einfach kommunizierbar bleiben. Kleines Trostpflaster: TOGAF definiert seine Konzepte.
    • Requirements Engineering ist unterrepräsentiert: In der zentralen Requirements Engineering Phase bietet TOGAG mit den Business Scenarios und der Phasenbeschreibung überschaubare Hilfestellung. Dabei zählen für uns die Anforderungen zu einen der wichtigsten Bausteine im EAM. Anforderungen effektiv zu ermitteln, zu dokumentieren, zu prüfen, abzustimmen und zu verwalten ist eine Kernaktivität von Enterprise Architekten.
    • TOGAF muss organisationsspezifisch angepasst werden: Mit 6 Kerndokumenten und zahlreichen Zusatzleitfäden müssen Sie TOGAF an Ihre Organisation individuell anpassen. Für eine zielführende (und bezahlbare) Architekturfähigkeit empfehlen wir anforderungsadäquate Teile des Frameworks auszuwählen und einzusetzen. Das EA(M) Framework betont mehrfach das notwendige Tailoring.
    • Operative Einsatzvorgaben fehlen: Rollen, Verantwortlichkeiten, Meetingstrukturen und Regeln gibt der TOGAF Standard nur in Teilen bzw. auf grober Ebene vor. Das schafft zwar Flexibilität und Anpassbarkeit, erschwert jedoch die operative Adaption und praktische Anwendung. Im Gegensatz bieten Scaled-Agile-Frameworks klare Aufbau- und Ablaufmodelle, an denen sich Teams ausrichten können.

Welche TOGAF® Zertifizierungen existieren?

Möchten Sie sich für TOGAF zertifizieren lassen, dann offeriert Ihnen The Open Group Anfang 2023 dafür ein Portfolio an Möglichkeiten.

Mit TOGAF 10 neu hinzugekommen sind drei Zertifizierungsmodule.

Weiterhin offen steht Ihnen die Zertifizierung zum Vorgänger 9.2.

  • TOGAF 9 Foundation (Part 1) fordert Ihnen TOGAF Grundlagenverständnis ab. In der Abschlussprüfung beantworten Sie 40 Multiple-Choice Fragen ohne Hilfsmittel.
  • TOGAF 9 Certified (Part 2) prüft Sie in 8 Szenarien bzgl. Anwendung von TOGAF erneut per Multiple-Choice Verfahren. Nun dürfen Sie den Standard als Nachschlagewerk verwenden.

Sie können die TOGAF 9 bzw. 10 Part 1 und 2 Prüfungen einzeln ablegen oder sich in einem kombinierten Examen an beiden direkt hintereinander versuchen. Mit einer kombinierten Prüfung reduzieren sich Ihre Prüfungsgebühren.

Ebenfalls für Sie möglich ist eine Brückenzertifizierung von TOGAF 9 auf TOGAF 10. Voraussetzungen dafür sind ein gültiges TOGAF 9 Certified Zertifikat sowie das bestandene TOGAF Enterprise Architecture Bridge Exam. Letzteres umfasst 10 Multiple-Choice Fragen sowie 4 komplexe Szenarienfragen.

Als Prüfungslokation bietet Ihnen der Testanbieter PearsonVue entweder einen physischen Standort oder ein überwachtes Online-Examen.

Für Ihre vorangehenden TOGAF Prüfungsvorbereitungen bieten sich drei Alternativen:

  • Online-Trainings im Virtual Classroom mit einem Referenten bzw. als E-Learning
  • Offline-Trainings durch zertifizierte TOGAF Trainingsanbieter
  • Selbststudium mittels des kostenpflichtigen Self-Study Pack von The Open Group

Wir haben uns den Stoff per Offline-Training sowie im Selbststudium angeeignet, absolvierten die Examen sowohl sequentiell als auch kombiniert. Beide Vorgehensweisen und Prüfungsmodi führten mit einer gründlichen Vorbereitung und der Anwendung des Ausschlussprinzips zur erfolgreichen Zertifizierung.

Fazit

Mit TOGAF erhalten Sie ein umfassendes modulares Vorgehensmodell inklusive Rollen, Ergebnistypen sowie Praxistipps zur Planung, Entwicklung und Einsatz von Unternehmensarchitekturen.

TOGAF 10 gibt sich deutlich strukturierter als seine Vorgängerfassung, und das obwohl das Rahmenwerk auf zusätzliche Facetten wie Architecture Abstrations, Digital Transformation und Enterprise Agility eingeht. Dennoch bleibt auch die zehnte Fassung sehr umfangreich und damit gerade für mittlere und große Organisationen relevant.

Es liegt weiterhin bei Ihnen, das Framework organisationsspezifisch zu adaptieren und für die Ausrichtung Ihrer Business und IT-Bereiche anzuwenden. Gerne unterstützen wir Sie bei einer pragmatischen Einführung des TOGAF Standards sowie einem angemessenen Tailoring.

Analyse & Text: Dr. Christopher Schulz

TOGAF® ist eine eingetragene Marke von The Open Group®

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Tobias Smuda

Tobias Smuda

Business Analyst, Enterprise Architect & Projektmanager

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