RPA Basiswissen für Manager – alles was Sie über Robotic Process Automation wissen müssen

von Robotic Process Automation

RPA Basiswissen – die wichtigsten Fragen und Begriffe zu Robotic Process Automation beantwortet.

 

Im digitalen Zeitalter ist RPA Basiswissen Pflichtprogramm für alle die sich mit Geschäftsprozessen beschäftigen. Was ist RPA? Wie funktioniert RPA? Was ist eigentlich der Nutzen von RPA? In diesem Artikel erhalten Sie nützliches RPA Basiswissen. Wir beantworten die grundlegenden Fragen zu RPA und fassen für Sie die wichtigsten Begriffe zusammen.

RPA Basiswissen #1 – Was ist RPA?

 

Robotic Process Automation (RPA) ist die Automatisierung von regelbasierten Geschäftsprozessen durch Softwareroboter. Ein Softwareroboter imitiert dabei die zur Ausführung des Prozesses notwendige menschliche Interaktion zwischen Anwender und IT-System. Anders ausgedrückt, emuliert ein Softwareprogramm Mausbewegungen, Tastatureingaben, Entscheidungsprozesse (inkl. Datenextraktion, Datenverarbeitung und Entscheidung), um bestimmte Aufgaben automatisch durchzuführen.

 

RPA Basiswissen - Was ist RPA

RPA Basiswissen #2 – Wie funktioniert RPA?

 

Man unterscheidet bei Robotic Process Automation zwischen beaufsichtigter RPA (attended RPA) und unbeaufsichtigter RPA (unattended RPA).

Bei beaufsichtigter RPA läuft die RPA Anwendung und der Softwareroboter meistens auf dem gleichen Computer auf dem der Mitarbeiter arbeitet. Wenn der Mitarbeiter einen bestimmten Prozess automatisiert durch den Roboter durchführen lassen möchte, dann ruft er den Softwareroboter auf. Daraufhin führt der Softwareroboter die programmierten Routinen selbständig aus. Sollten während dem Prozess manuelle Anwendereingaben oder Entscheidungen notwendig sein, dann kommuniziert der Softwareroboter über Dialogmasken mit dem Anwender.

Bei unbeaufsichtigter RPA laufen mehrere Softwareroboter 24/7 parallel und meistens auf einer virtuellen Umgebung. Kennzeichnend für unbeaufsichtigte RPA ist, dass der Softwareroboter den Prozess vollständig ohne Anwendereingabe automatisiert durchführt. Über einen Kontrollraum werden die Softwareroboter zentral administriert,  überwacht und zu bestimmten Zeitpunkten oder Ereignissen aufgerufen.

RPA Basiswissen #3 – Was ist der Nutzen von RPA?

 

Die drei wesentlichen Nutzenfelder von Robotic Process Automation sind Kosten, Qualität und Mitarbeiterzufriedenheit.

 

Kosten:

 

RPA reduziert vorwiegend Personalkosten, indem manuelle und monotone Tätigkeiten durch Softwareroboter, anstatt durch teure Fachkräfte ausgeführt werden. Schlüsselfaktor zur Kosteneinsparung  ist die Skalierung von RPA. Je mehr Prozesse mit vielen wiederholenden Prozessinstanzen und hohem manuellen Zeitaufwand für den Menschen automatisiert werden, desto größer ist das Kosteneinsparpotential durch RPA.

Vorteilhaft ist, dass das Kosteneinsparpotential schnell gehoben werden kann. RPA Roboter können innerhalb weniger Wochen programmiert und bereitgestellt werden. Sie benötigen bei RPA keinen Big Bang der Automatisierung sondern können iterativ einen Prozess nach dem anderen automatisieren. Die Kosteneinsparung startet allerdings bereits mit dem ersten automatisierten Prozess.

Mit geeigneten Prozesskandidaten amortisieren die Lizenz- und  Implementierungskosten innerhalb kurzer Zeit.

 

Qualität:

 

Mit RPA erhöhen Sie die Prozess- und Datenqualität in Ihrem Unternehmen.

In Hinblick auf Prozessqualität reduziert Robotic Process Automation Prozessfehler, erhöht die Prozessgeschwindigkeit und reduziert die Prozesswartezeiten.

  • Prozessfehler: RPA Roboter führen Prozesse immer exakt nach Prozessvorgabe aus. Dadurch werden manuelle Prozessfehler reduziert, die meist menschlicher Natur sind und deren Ursache monotone Tätigkeiten sind.
  • Prozessgeschwindigkeit: Ein Softwareroboter kann eine Aufgabe in der Regel schneller als ein Mensch erledigen.
  • Prozesswartezeit: RPA Roboter sind unabhängig vom Ort und arbeiten rund um die Uhr.  Sie benötigen keine Pausen, keinen Urlaub und fallen krankheitsbedingt nicht aus (Ausnahme Wartung). Prozesse werden folglich sofort und ohne Wartezeit 24 Stunden pro Tag und 365 Tage im Jahr ausgeführt. Zudem können Prozesse mit hoher Lastschwankung flexibel bedient werden. Die kurzfristige Allokation von Mitarbeitern in Hochphasen ist meist schwierig.

Folge einer hohen Prozessqualität durch RPA ist eine hohe Datenqualität. Hundertschaften von Softwarerobotern befüllen IT-Systeme nach Standardvorgaben.

 

Mitarbeiterzufriedenheit:

 

Robotic Process Automation erhöht die Mitarbeiterzufriedenheit. Der Softwareroboter übernimmt als digitaler Kollege die langweiligen, zeitfressenden und lästigen Aufgaben. Er nimmt den Menschen dabei nicht die Arbeit weg, sondern entlastet sie. Folglich ermöglicht RPA, dass sich der Mensch mehr den befriedigenden und komplexen Aufgaben widmen kann, bei denen menschliche Fähigkeiten gefragt sind.

RPA Basiswissen #4 – Welche Prozesse lassen sich mit RPA automatisieren?

 

Prinzipiell ist der Einsatz von RPA zur Prozessautomatisierung nicht auf bestimmte Fachprozesse oder Branchen beschränkt. Mit RPA können manuelle regelbasierte Aufgaben, die ein Mensch in einer oder mehreren IT-Anwendungen erledigt, automatisiert werden.  Die zu automatisierenden menschlichen regelbasierten Tätigkeiten in einem IT-System lassen sich dabei meistens auf folgende Aktivitäten herunterbrechen:

  • Lesen und Schreiben von Text
  • Klicken auf bestimmte Bedienelemente
  • Treffen von einfachen regelbasierten Entscheidungen (Wenn …, dann…)

RPA Technologie kann aber auch anstelle anderer Technologien für Systemprozesse verwendet werden. Beispielsweise können mit RPA einfache Systemschnittstellen nachempfunden werden, anstatt aufwendige Anwendungsschnittstellen (API) wie z.B. REST zu entwickeln.

Dadurch dass die  Softwarehersteller von RPA Tools immer mehr Technologien aus dem Bereich künstliche Intelligenz in Ihre Produkte integrieren, ist es bereits bedingt möglich, Prozesse mit komplexen Entscheidungen zu automatisieren. Die Verwendung von künstlicher Intelligenz im Rahmen von RPA steigt kontinuierlich und wird als „intelligent automation“ bezeichnet.

 

RPA Basiswissen #5 – Bei welchen Prozesse lohnt sich die Automatisierung mit RPA?

 

Die Automatisierung mit RPA lohnt sich insbesondere bei Prozessen, die einfach zu automatisieren sind und bei denen die Automatisierung gleichzeitig einen großen Nutzen bringt.

 

Prozesse mit hohem Automatisierungsnutzen

 

Prozesse mit hohem Automatisierungsnutzen sind insbesondere jene Prozesse, bei denen die Automatisierung ein großes Kosteneinsparpotential hebt und/oder zu einer signifikanten Qualitätsverbesserung führt. Prozesse mit Kosteneinsparpotential sind in der Regel durch häufige Prozesswiederholungen in Verbindung mit hohem manuellen Zeitaufwand gekennzeichnet. Eine hohe manuelle Fehlerquote, lange Prozessdurchlaufzeiten und/oder Liegezeiten sind Indizien für Prozesse mit Qualitätsmängel. Je nach Unternehmensumfeld können jedoch auch andere Prozesse einen hohen Automatisierungsnutzen stiften, wie z.B. die Erfüllung von Compliance Anforderungen.

 

Einfach zu automatisierende Prozesse

 

Prozesse, die einfach, schnell und kostengünstig mit RPA zu automatisieren sind, können anhand folgender Kriterien identifiziert werden:

  • Der Prozess ist regelbasiert und folgt einer klar vordefinierten Logik.
  • Die Anzahl der Entscheidungspfade (Wenn/Dann) ist gering.
  • Die Anzahl der auszuführenden Prozessschritte und der beteiligten grafischen Benutzeroberflächen ist gering.
  • Es sind wenige unterschiedliche Applikationen und Applikationstypen (z.B. Webapplikation, Java-Applikation, SAP-Aplikation, MS Office) zur Durchführung des Prozesses notwendig.
  • Die Prozessschritte innerhalb des Prozesses sind immer gleich und unabhängig von der Prozessinstanz.
  • Es müssen keine unstrukturierten Daten wie Freitext, gescannte PDF Dokumente oder Emails verarbeitet werden und die benötigten Daten / Informationen befinden sich immer an der gleichen Position.
  • Die Automatisierung erfolgt nicht in einer VDI/Citrix/Remote Desktop Umgebung.

Je mehr der genannten Kriterien auf einen Prozess zutreffen, desto einfacher ist die Automatisierung.  Allerdings bedeutet das im Umkehrschluss nicht, dass eine Automatisierung mit RPA nicht möglich oder lohnenswert ist, falls keins der genannten Kriterien zutrifft. Allerdings sollte in diesem Fall der Business Case detailliert analysiert werden.

RPA Basiswissen #6 – Welche Vorteile hat RPA gegenüber anderen Technologien?

 

Integrierbarkeit

RPA lässt sich leicht in bestehende IT-Landschaften und Unternehmensprozesse integrieren.

Umsetzbarkeit

Die Automatisierung von Prozessen mit RPA ist einfach, schnell und kann Inhouse erfolgen. Rekorder ermöglichen es intuitiv Softwareroboter zu erstellen.

Transparenz

Die Automatisierungsaktivitäten der RPA Roboter können in einem Kontrollraum überwacht werden.

+

Schnittstellenersatz

Häufig ist der Business Case für eine IT-Schnittstelle zwischen zwei Software Applikationen negativ. Aufgrund der schnellen und kostengünstigen Implementierung können diese Schnittstellen mit RPA profitabel realisiert werden.

RPA Basiswissen #7 – Was sind die wichtigsten Hersteller von RPA Software?

 

Laut einer Studie von Gartner (Stand 08. Juli 2019) sind die führenden RPA Plattformen:

Sie wurden im bekannten Gartner Magic Quadrant for Robotic Process Automation Software 2019 als Branchenführer bewertet (vgl. Veröffentlichung von UiPath).

In der Studie wurden insgesamt 18 unterschiedliche RPA Tools berücksichtigt.

Im Rahmen der palladio consulting RPA Tool Survey 2020 nehmen wir für Sie die drei Marktführer genauer unter die Lupe:

 

RPA Basiswissen #8 – RPA Glossar

A
Automatisierter Assistent - [engl. automated assistant]
Ein automatisierter Assistent ist ein Softwareroboter, der für einen Menschen sich wiederholende Routinetätigkeiten übernimmt.
Automatisierungskonzept - [engl. automation design]
Unter einem Automatisierungskonzept versteht man einen kurz- oder langfristigen Plan zur Einführung von RPA in einem Unternehmen. Bestandteile eines Automatisierungsplans ist eine nach Nutzen priorisierte Liste der zu automatisierenden Prozesse (low hanging fruits).
Automatisierungsroadmap - [engl. automation roadmap]
Eine Automatisierungsroadmap ist eine Unternehmensstrategie (inkl Kosten-Nutzen-Analyse) mit Richtlinien zum Erreichen der gesetzten RPA Ziele enthält.
Automatisierungssoftware - [engl. automation software]
Eine Automatisierungssoftware ist eine Software, die ohne menschliche Beteiligung verschiedene Aufgaben und Prozesse automatisiert, indem Sie menschliche Aktivitäten emuliert und formelle Anweisungen an eine oder mehrere Softwareapplikationen stellt.
B
Beaufsichtigte RPA - [engl. attended RPA]
Unter beaufsichtigter Robotic Process Automation versteht man RPA Anwendungsfälle, bei denen menschliche Entscheidungen und/oder Benutzereingaben erforderlich sind. Die verwendeten Softwareroboter laufen bei beaufsichtigter RPA auf dem gleichem Computer auf dem der Mitarbeiter arbeitet. Der Softwareroboter wird dabei entweder direkt durch den Mitarbeiter aufgerufen/gestartet oder der Softwareroboter meldet sich selbständig beim Anwender, wenn Anwendereingaben zur Fortsetzung der Aufgabe benötigt werden.
Bildschirmauflösungsstand - [engl. screen resolution standard]
Der Bildschirmauflösungsstandard ist der von der IT-Abteilung vorgegebene Standard der Bildschirmauflösung (Pixel).
Bot runner - [engl. bot runner]
Der Bot Runner ist die Ausführungsumgebung der Softwareroboter. Auf einem Bot Runner kann nur ein Softwareroboter gleichzeitig ausgeführt werden. Allerdings können mehrere Bot Runner parallel und gleichzeitig laufen. Sollten zu einer Zeit mehr Softwareroboter ausgeführt werden als Bot Runner zur Verfügung stehen, dann entsteht eine Warteschlange. Diese wird durch einen Queue Manager organisiert.
Browserautomatisierung - [engl. browser automation]
Mit Browserautomatisierung können bestimmte Aktionen/Schritte in einem Webbrowser aufgezeichnet und wiederholt ausgeführt werden.
C
Citrix Automatisierung - [engl. citrix automation]
Unter Citrix Automatisierung ist die Automatisierung von Citrix Xen Apps zu verstehen. Bei Citrix Xen Apps läuft die zu automatisierende Anwendung auf einem Citrix Server, der das Bild der Anwendung an den Client/Nutzer überträgt (streamt). Diese Art der Anwendungsvirtualisierung wird Application Streaming genannt. Die RPA-Software kann somit bei Citrix Xen Apps nur auf Bilder und nicht auf die logischen Elemente der Anwenderoberfläche zugreifen. Die Folge ist, dass gängige und robuste RPA-Funktionen (z.B. Web Scraping) nicht funktionieren. Weniger robuste Techniken wie Bild- und Texterkennung ermöglichen es dennoch Citrix Xen Apps zu automatisieren.
D
Deep learning - [engl. deep learning]
Deep learning bezeichnet eine Klasse von Optimierungsmethoden künstlicher neuronaler Netze (vgl. Wikipedia). Deep learning wird bei RPA dazu verwendet, dass  Softwareroboter komplexere und nicht nur regelbasierte Entscheidungen treffen können. Deep learning ermöglicht den Softwarerobotern menschliche Aufgaben nachzuahmen, wie z.B. Spracherkennung, Vorhersage von Ergebnissen oder Bilder auf einem Bildschirm zu erkennen. Bei Verwendung von künstlicher Intelligenz zur Prozessautomatisierung spricht man häufig von intelligenter Automatisierung (engl. intelligent automation).
Desktopautomatisierung - [engl. desktop automation]
Desktopautomatisierung ist eine spezielle Art von Robotic Process Automation, bei der ein Softwareroboter einen Prozess vollständig auf dem Computer (Desktop oder Notebook) des Anwenders automatisch in der Art und Weise durchführt, wie es der Anwender selbst tun würde. Der Anwender startet den Prozessdurchlauf entweder selber oder der Zeitpunkt der Ausführung ist programmiert.
Digitaler Mitarbeiter - [engl. digital worker]
Ein digitaler Mitarbeiter oder virtueller Mitarbeiter ist ein Softwareroboter, der Aufgaben von menschlichen Mitarbeitern übernommen hat.
E
Enterprise RPA - [engl. enterprise rpa]
Unter Enterprise RPA versteht man die prozessuale, organisatorische und technische Verankerung von RPA in ein Unternehmen. Dabei sollen die Programmierung, der Rollout und die Ausführung der RPA Roboter möglichst optimiert und automatisiert werden. Dazu gehört eine Strategie, wie die RPA Roboter im Zusammenspiel mit menschlichen Teams im gesamten Unternehmen eingesetzt werden.
K
Kompetenzzentrum - [engl. center of excellence]
Ein RPA Kompetenzzentrum bzw. Center of Excellence (CoE) ist ein Team aus RPA Experten in einem Unternehmen, das Führung, Best Practices, Forschung und/oder Training für RPA der gesamten Organisation bereitstellt. Im Unterschied zum Robotic Operations Center (ROC) übernimmt das CoE nicht die Implementierung, Betrieb und Wartung von RPA.
Kontrollraum - [engl. control center]
Der Kontrollraum einer RPA Software ist meistens eine webbasierte Softwarekomponente zum Steuern und Verwalten der RPA Roboter. Der Kontrollraum entspricht somit dem Server, der den Betrieb der RPA Roboter überwacht und steuert. Die wesentlichen Funktionen des Kontrollraums sind:

 

  1. RPA Roboter starten und beenden.
  2. RPA Roboter  und Prozessautomatisierung überwachen.
  3. Zeitpläne von Robotern verwalten.
  4. Softwarecode von Robotern warten und veröffentlichen.
  5. Lizenzen und Nutzer verwalten.
M
Mandantenfähigkeit - [engl. rpa multi-tenancy]
Unter Mandantenfähigkeit versteht man den gleichzeitigen Betrieb von mehreren Mandanten auf demselben Server / Softwaresystem, ohne dass die Mandanten Einblick in die Daten und Benutzerverwaltung anderen Mandanten haben (siehe Wikipedia). Mandantenfähige RPA Plattformen erleichtern die Skalierung von RPA im Unternehmen und tragen zum Schutz der Datenvertraulichkeit bei.
Maschinelles Sehen - [engl. computer vision]
Unter maschinellem Sehen oder Bildverstehen versteht man Technologien, die sich an den Fähigkeiten des menschlichen visuellen Systems orientieren (siehe Wikipedia). Maschinelles Sehen ermöglicht RPA Robotern Informationen aus Bildern zu extrahieren.
N
Nicht persistente Desktop Virtualisierung - [engl. non-persistent vdi]
Eine nicht persistente Desktop Infrastruktur ist eine Infrastruktur, bei der vollständige Desktop-PCs virtualisiert und die Anwendereinstellungen bei jedem Logout des Benutzers auf einen einheitlich vorgegebenen Stand zurückgesetzt werden.
P
Pilotprogramm - [engl. pilot program]
Ein RPA Pilotprogramm ist eine auf die Proof of Concept Phase folgende Pilotierungsphase um festzustellen, ob die Prozessautomatisierung auch unter komplexen und realen Einsatzbedingungen wie erwartet funktioniert.
Plattform - [engl. platform]
Unter einer RPA Plattform ist eine Softwareplattform zum Programmieren, Bereitstellen, Ausführen und Steuern von RPA Robotern für die Prozessautomatisierung zu verstehen. Sie besteht aus den drei wesentlichen Komponenten Entwicklungsumgebung, Bot Runner und Kontrollzentrum.
Proof of Concept - [engl. proof of concept]
Ein RPA Proof of Concept ist der erste Schritt zu einer erfolgreichen Implementierung von RPA in Unternehmen. Ziele von einem RPA Proof of Concept ist es ein Grundverständnis für RPA in der Organisation aufzubauen und in kurzer Zeit einen ersten funktionsfähigen Softwareroboter zur Automatisierung ausgewählter Prozesse umzusetzen. Spätestens mit einem Proof of Concept beginnt gleichzeitig der Change Prozess im Unternehmen. Das Umsetzen einer in kurzer Zeit weckt Begeisterung bei allen Beteiligten. Das Ergebnis kann als Showcase verwendet werden, um weitere Stakeholder zu überzeugen und Budget für ein RPA Pilotprogramm zu erhalten.
Q
Queue-Manager - [engl. queue manager]
Der Queue-Manager ist Bestandteil des Kontrollraums und für die Verwaltung der Roboter-Warteschlange verantwortlich. Wenn zur gleichen Zeit mehr Softwareroboter ausgeführt werden als Bot Runner zur Verfügung stehen, dann verwaltet der Queue-Manager die auszuführenden RPA Roboter und ordnet Sie nach Priorität den Bot Runnern zu.
R
Rekorder - [engl. recorder]
Der Rekorder ist wichtiger Bestandteil der Roboter Entwicklungsumgebung und mitverantwortlich für die Beliebtheit von RPA. Mit dem Rekorder können ähnlich zum Excel Makro Rekorder menschliche Aktivitäten wie Mausbewegungen, Mausklicks und Tastatureingaben aufgezeichnet, gespeichert und wiederholt werden. Der Rekorder ermöglicht so eine schnelle und anwenderfreundliche Entwicklung von RPA Robotern. Die meisten RPA Plattformen besitzen eine Rekorderfunktion.
Robotic Operations Center (ROC) - [engl. robotic operations center (roc)]
Ein Robotic Operations Center (ROC) ist eine auf RPA spezialisierte Abteilung in einem Unternehmen mit eigenem Budget und klar definieten Service Levels. Die Hauptaufgaben von einem ROC sind:

 

  1. Betrieb und Wartung von RPA Roboter.
  2. Automatisierung neuer Prozesse.
  3. Einhalten von IT-Sicherheits- und Compliance-Richtlinien.
S
Serverinfrastruktur - [engl. server infrastructure]
Die Serverinfrastruktur ist die benötigte IT-Hardwareinfrastruktur, auf der die serverbasierten Softwarekomponenten einer RPA Plattform laufen. Das ist im Wesentlichen das Kontrollzentrum und der Bot Runner. Diese RPA Softwarekomponenten einer RPA Plattform laufen auf einem Server und benötigen daher eine Serverinfrastruktur. Bei reiner Desktopautomatisierung wird keine Serverinfrastruktur benötigt.
Softwareroboter - [engl. software robots]
Ein Softwareroboter oder RPA Roboter ist eine Softwareanwendung, die automatisch über eine grafische Benutzeroberfläche und/oder Kommandozeile mit IT-Anwendungen interagiert, um Routineaufgaben zu automatisieren. Der Softwareroboter imitiert dabei die üblicherweise durch einen Menschen ausgeführte Interaktion mit einem Softwaresystem, wie zum Beispiel Mausbewegungen, Texteingaben und regelbasierten Entscheidungsprozessen.
T
Texterkennung - [engl. optical character recognition (ocr)]
Texterkennung bezeichnet die automatisierte Texterkennung innerhalb von Bildern.

Texterkennung wird bei RPA Software zur Datenextraktion verwendet. Sie wird dort eingesetzt, wo andere Datenextraktionsmethoden (z.B. direktes Auslesen von Text aus dem Quellcode einer Webseite) scheitern. Konkreter Anwendungsfälle von Texterkennung ist zum Beispiel das Auslesen einer Rechnungsnummer aus einem eingescannten und als PDF-Datei digitalisierten Rechnungsdokument. Texterkennung ist zudem Voraussetzung für Anwendung von RPA in einer Citrix Umgebung (siehe Citrix automation).

Texterkennung ist fehleranfälliger als andere Datenextraktionsmethoden. Daher wird Texterkennung im Rahmen von RPA nur dort eingesetzt, wo andere Extraktionsmethoden scheitern.

Textgenerierung - [engl. natural language generation]
Textgenerierung bezeichnet die automatisierte Erzeugung natürlichsprachiger Texte durch eine Software auf Basis strukturierter Daten. Werden Technologien aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz wie z.B. Textgenerierung verwendet, dann spricht man von intelligenter Automatisierung.
U
Unbeaufsichtigte Automatisierung - [engl. unattended automation]
Unbeaufsichtigte Automatisierung ist das Gegenstück zur beaufsichtigten Automatisierung. Bei unbeaufsichtigter Robotic Process Automation arbeitet der RPA Roboter rund um die Uhr in einem Batch Modus und es sind keine menschlichen Entscheidungen und/oder Benutzereingaben erforderlich. Dennoch werden bei unbeaufsichtigter Automatisierung die RPA Roboter überwacht und administriert. Dies geschieht jedoch zentral im Kontrollzentrum eine RPA Plattform.
Unstrukturierte Daten - [engl. unstructured data]
Unstrukturierte Daten sind Daten, die in einer nicht formalisierten Struktur vorliegen (z.B. digitale Texte in natürlicher Sprache) und auf die nicht über eine einzelne Schnittstelle aggregiert zugegriffen werden kann (vgl. Wikipedia). RPA Software kann heute noch nicht direkt mit unstrukturierten Daten umgehen. Die RPA Roboter müssen vorher die unstrukturierten Daten extrahieren und strukturierte Daten ableiten. Dabei kommen Techniken wie Texterkennung und Natural Language Processing zum Einsatz.
V
Virtueller Mitarbeiter - [engl. virtual worker]
Ein virtuelle Mitarbeiter oder digitaler Mitarbeiter ist ein Softwareroboter, der Aufgaben von menschlichen Mitarbeitern übernommen hat.
Vollzeitäquivalent - [engl. full-time equivalent]
Das Vollzeitäquivalent definiert die Anzahl der gearbeiteten Stunden eines Mitarbeiters geteilt durch die übliche Arbeitszeit eines Vollzeit-Erwerbstätigen (vgl. Wikipedia). Das Vollzeitäquivalent wird meistens als Hilfsgröße zur Berechnung des Einsparpotentials durch Robotic Process Automation verwendet.

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Tobias Smuda

Tobias Smuda

Managing Partner

Tobias Smuda berät seit 2016 Kunden in der Automobil- und Maschinenbauindustrie.

Er studierte Maschinenbau und Management an der Technischen Universität in Wien und München. Seine Beratungsschwerpunkte liegen im Requirements Engineering, Enterprise Architecture Management und in Robotic Process Automation (RPA).

Er ist verheiratet und hat eine Tochter.

Beraterprofil Tobias Smuda

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